Schleim zu Schleim – warum Schleim nicht immer unser Feind ist
Wer erkältet ist oder hustet, möchte den Schleim oft möglichst schnell loswerden. Dabei erfüllt Schleim im Körper eine wichtige Aufgabe. In der Pflanzenheilkunde gibt es deshalb einen einfachen Merksatz:
„Schleim zu Schleim.“
Er erinnert daran, dass Schleim nicht grundsätzlich etwas Schlechtes ist, sondern Teil unseres natürlichen Schutzsystems.
Warum bildet der Körper überhaupt Schleim?
Unsere Schleimhäute bedecken unter anderem die Atemwege, den Mund, den Rachen und den Verdauungstrakt. Sie produzieren Schleim, um diese empfindlichen Oberflächen feucht und widerstandsfähig zu halten.
Kommt es zu einer Reizung oder Infektion, wird häufig mehr Schleim gebildet. Er hilft dabei, Staub, Fremdpartikel und Krankheitserreger zu binden und ihren Abtransport zu unterstützen. Eine laufende Nase oder produktiver Husten sind deshalb oft Ausdruck einer natürlichen Schutzreaktion des Körpers.
Nicht jeder Schleim ist also ein Problem – häufig gehört er zur Lösung.
Was bedeutet „Schleim zu Schleim“?
In der Phytotherapie beschreibt der Merksatz „Schleim zu Schleim“ den Einsatz schleimstoffhaltiger Heilpflanzen.
Die enthaltenen pflanzlichen Schleimstoffe legen sich wie ein feiner Schutzfilm auf gereizte Schleimhäute. Dadurch können sie Reizungen lindern und die natürliche Regeneration unterstützen.
Es geht also nicht darum, den Schleim zu bekämpfen, sondern die Schleimhaut in ihrer Schutzfunktion zu unterstützen.
Wichtige Schleimpflanzen
Eibisch (Althaea officinalis)
Der Eibisch gehört zu den klassischen Schleimpflanzen der europäischen Phytotherapie. Besonders die Wurzel enthält große Mengen an Schleimstoffen und wird traditionell bei trockenem Reizhusten sowie gereizten Schleimhäuten eingesetzt.
Wilde Malve (Malva sylvestris)
Auch die Wilde Malve enthält wertvolle Schleimstoffe – vor allem in ihren Blüten und Blättern. Sie wird traditionell bei Reizungen im Mund- und Rachenraum sowie bei trockenem Husten verwendet. Außerdem fand sie schon früh Anwendung zur Pflege gereizter Haut.
Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Der Spitzwegerich verbindet Schleimstoffe mit weiteren wertvollen Inhaltsstoffen wie Gerbstoffen, Iridoidglykosiden und Kieselsäure. Dadurch zählt er zu den vielseitigsten Heilpflanzen bei Reizungen der Atemwege.
Königskerze (Verbascum)
Die weichen Blüten der Königskerze enthalten ebenfalls Schleimstoffe. Zusätzlich besitzt die Pflanze weitere Inhaltsstoffe, die sie zu einer traditionsreichen Heilpflanze bei Beschwerden der Atemwege machen.
Nicht jede Heilpflanze wirkt gleich
Obwohl diese Pflanzen alle zu den schleimstoffhaltigen Heilpflanzen gehören, unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Zusammensetzung. Genau deshalb lohnt es sich, nicht nur nach dem Motto „Welche Pflanze hilft bei Husten?“ zu fragen.
Viel spannender ist die Frage:
Was braucht der Körper in diesem Moment eigentlich?
Denn genau darin liegt einer der Grundgedanken der Phytotherapie: Nicht allein das Symptom steht im Mittelpunkt, sondern das Verständnis dafür, welche Unterstützung der Körper gerade benötigt.
Fazit
Schleim ist nicht grundsätzlich etwas, das möglichst schnell verschwinden muss. Er gehört zu den natürlichen Schutzmechanismen unseres Körpers.
Der Merksatz „Schleim zu Schleim“ erinnert daran, dass schleimstoffhaltige Heilpflanzen wie Eibisch, Wilde Malve, Spitzwegerich oder Königskerze genau diese Schutzfunktion unterstützen können.
Vielleicht lohnt es sich deshalb, beim nächsten Husten nicht nur zu fragen: „Wie werde ich den Schleim los?“, sondern auch:
„Warum bildet mein Körper ihn überhaupt?“
