Tipps zum richtigen Sammeln von Heilpflanzen
Im Sommer steht draußen alles voller Pflanzen und natürlich macht es Spaß, selbst zu sammeln. Aber einfach loszugehen und alles mitzunehmen, was gerade wächst oder blüht, ist nicht unbedingt sinnvoll.
Denn zuerst stellt sich die Frage: Was brauche ich überhaupt von der Pflanze?
Bei der einen sind es die Blüten, bei einer anderen das blühende Kraut oder die Blätter. Bei wieder anderen Pflanzen werden die Wurzeln verwendet. Und schon deshalb kann es nicht den einen Sammelzeitpunkt für alle Heilpflanzen geben.
Wurzeln sammelt man beispielsweise meist nicht mitten im Sommer. Hier liegt der günstigere Zeitpunkt je nach Pflanze eher im Frühjahr oder Herbst. Blüten wiederum müssen dann gesammelt werden, wenn die Pflanze entsprechend weit entwickelt ist.
Dazu kommt eine zweite Frage, die ich besonders spannend finde: Wann enthält der Pflanzenteil, den ich nutzen möchte, besonders viele der für mich interessanten Inhaltsstoffe?
Auch danach richtet sich der Sammelzeitpunkt.
Bei manchen Pflanzen spielt deshalb nicht nur die Jahreszeit eine Rolle, sondern auch das Entwicklungsstadium. Teilweise macht sogar die Tageszeit einen Unterschied. Blüten und oberirdisches Kraut sammelt man außerdem möglichst trocken, also nicht morgens noch voller Tau und auch nicht direkt nach einem Regenguss.
Eigentlich ist es ein bisschen wie bei einer Tomate. Nur weil sie schon am Strauch hängt, würde ich sie nicht automatisch ernten. Ich warte, bis sie den richtigen Reifezustand erreicht hat.
Bei Heilpflanzen beschäftige ich mich deshalb vor dem Sammeln genauer mit folgenden Fragen:
Welchen Pflanzenteil möchte ich verwenden?
Wann ist für diesen Pflanzenteil der richtige Sammelzeitpunkt?
In welchem Entwicklungsstadium sollte sich die Pflanze befinden?
Spielen Tageszeit und Witterung beim Sammeln eine Rolle?
Und auch nach dem Sammeln geht es weiter. Die Pflanzen sollten möglichst schonend behandelt und richtig getrocknet werden. Werden sie beim Sammeln stark gequetscht oder anderweitig beschädigt, können wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen.
Vor der Lagerung müssen die gesammelten Pflanzen außerdem wirklich ausreichend trocken sein. Bleibt zu viel Restfeuchtigkeit in den Pflanzenteilen, kann sich im schlimmsten Fall Schimmel bilden. Und genau das möchte ich später natürlich nicht im Futter meines Pferdes haben.
