

Kotwasser trotz verschiedener Maßnahmen
Die vierjährige Stute zeigte bereits seit längerer Zeit immer wieder starkes Kotwasser. Teilweise lief es nahezu flüssig heraus. Auch die Kotkonsistenz schwankte deutlich zwischen geformten Pferdeäpfeln und sehr weichem bis breiigem Kot.
Die Besitzerin hatte bereits verschiedene Möglichkeiten ausprobiert und sich auch tierärztliche Unterstützung geholt. Eine nachhaltige Veränderung hatte sich bisher nicht ergeben.
Ihre Frage an mich war deshalb zunächst: Welche Kräuter könnten noch helfen?
Nicht nur das Kotwasser betrachten
Für mich war schnell klar, dass ich nicht einfach eine weitere Kräutermischung gegen das Kotwasser zusammenstellen wollte.
Ich habe mir zunächst die gesamte Situation angesehen. Dabei fiel besonders auf, dass die Verdauung sehr sensibel reagierte und sich das Kotwasser in Situationen mit viel Nervosität und Anspannung deutlich verstärkte.
Für mich gehörten deshalb Fütterung, Verdauung und Stress gemeinsam betrachtet.
Vier Wochen gezielte Begleitung
Auf dieser Grundlage entstand ein vierwöchiger Plan zur phytotherapeutischen Begleitung des Verdauungstraktes.
Die ausgewählten Heilpflanzen wurden bewusst nacheinander eingesetzt und nicht einfach alle gleichzeitig gefüttert. Dadurch konnten wir sehr genau beobachten, wie die Stute auf die einzelnen Phasen reagierte und wie sich Kotwasser und Kotkonsistenz veränderten.
Bereits während der ersten Wochen wurde das Kotwasser weniger. Gleichzeitig gab es zunehmend Tage mit deutlich besser geformten Pferdeäpfeln.
Die Kotkonsistenz schwankte weiterhin. Deshalb haben wir nicht ständig etwas verändert, sondern den Plan weitergeführt und die Entwicklung beobachtet.
Nach knapp vier Wochen
Dann kam die Rückmeldung der Besitzerin:
Das Kotwasser ist komplett weg.
Die Pferdeäpfel waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht jeden Tag gleichmäßig geformt. Auch das gehört für mich zu diesem Fall. Nicht alles war plötzlich perfekt, aber das Kotwasser, das die Stute bereits seit längerer Zeit begleitet hatte, war nicht mehr da.
Gleichzeitig berichtet die Besitzerin, dass die Stute insgesamt deutlich ruhiger geworden ist.
Was dieser Fall für mich zeigt
Eine Kräuterberatung beginnt für mich nicht mit der Frage: „Welches Kraut hilft gegen welches Symptom?“
Ich möchte zuerst verstehen, was beim einzelnen Pferd passiert und welche Faktoren zusammenspielen.
Erst danach entscheide ich, welche Heilpflanzen sinnvoll eingesetzt werden können und wie eine Begleitung aufgebaut wird.
Für mich gehört zu diesem Fall auch die Veränderung der inneren Unruhe. Verdauung und Stress betrachte ich nicht getrennt voneinander. Beide können sich gegenseitig beeinflussen und sollten deshalb bei der Einschätzung eines Pferdes berücksichtigt werden.
